Scales

Wir werden uns im Unterricht recht lange mit der pentatonischen Tonleiter beschäftigen. Sie besteht -wie der Name schon sagt- aus fünf Tönen, ist leicht zu lernen und universell für jeden Song nutzbar. Das alles kann man wirklich nur über die Pentatonik sagen. Die Vermutung liegt nahe, dass das der Grund dafür ist, dass Abertausende Gitarristen auf unserem Globus sie den lieben langen Tag rauf und runter dudeln. Hört Euch z.B. Eric Clapton an, er spielt praktisch nichts anderes (wirklich wahr!) und wurde schließlich noch vor einigen Jahren auf zahlreichen amerikanischen Hauswänden lesbar als Gott verehrt. Aber im Ernst... Diese Tonleiter klingt auch ausgesprochen cool und eignet sich perfekt zum Erlernen des Solospiels mit allen Tonverzierungen und Tricks.

Guitarquestions_ScalesHabt Ihr alles Nötige anhand der Pentatonik gelernt, kann es dann irgendwann mit anderen Tonleitern weitergehen, aber erst dann! Das bedeutet nicht, dass Ihr nicht viel früher dazu imstande wäret, Euch beispielsweise die Durtonleiter oder die Bluestonleiter anzueignen. Ihr habt aber eine Menge um die Ohren, wenn Ihr Euch neben den Verzierungen auch um Eure Time und Dynamik kümmern müsst, so dass wir Euch glatt zu viel zumuten würden, wenn Ihr Euch auch frühzeitig an andere Sounds gewöhnen und mit ihnen umgehen müsstet.

Läuft es aber einmal mit Pentatonik und Durtonleiter, habt Ihr dann auch blitzschnell die Bluestonleiter drauf und könnt bereits über jede Nummer eine Menge verschiedener Sounds anbieten. Cool!!!

Und dann wird's -wenn Ihr wollt- abgefahren, denn jetzt kommen die ausgefalleneren Tonleitern (Harmonisch Moll, Melodisch Moll, Ganzton Halbton Scale, um nur einige zu nennen) , die Eurem Spiel den jazzigen Sound verpassen können, der auch in der Pop-, Rock- oder R&B Musik äußerst genehm sein kann. Jetzt gehts richtig ab!! Ein unerschöpflicher Fundus an Möglichkeiten. Hört und seht Euch die Videos an! Ich versuche Euch hier Sound und Wirkung der wichtigen Scales ein wenig nahe zu bringen.

Mir ist zu Ohren gekommen, dass nur 4 unterschiedliche Facebook Stränge ausreichen sollen, um mit all ihren Freundesverzweigungen 1 Milliarde Menschen!!! erreichen zu können. Ein schier unfassbarer Gedanke!

Ähnlich verhält es sich mit unseren in der westlichen Welt verfügbaren 12 Tönen in der Musik. Ich finde es immer wieder faszinierend -und ich mache schon sehr lange Musik- wie mit diesen vermeintlich wenigen Tönen immer wieder Neues entsteht.

Nehmen wir mal an, Ihr könnt mit all diesen Scales ganz gut umgehen, dann ist es möglich, sowohl simpel als auch kompliziert zu spielen. Es lässt sich nämlich aus jedem Song ein großer oder kleinerer Harmoniezusammenhang herausnehmen und über diesen eine einzelne Tonleiter spielen (simpel), man kann aber auch prinzipiell jeden einzelnen Akkord selektieren und ihn mit einer Scale versehen (kompliziert). In der Praxis gibt es wohl kaum einen Musiker, der wirklich über JEDEN Akkord eine andere Scale spielt, denn das würde sein Gehirn während der Arbeit ordentlich weichklopfen und auch das Nervenkostüm des potentiellen Zuhörers stark strapazieren, aber möglich wäre es. In der gesunden Mitte all dessen liegt allerdings die Kraft und coolness.


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